Mann

Als wir den Eingang der Metro Station betraten, passierten wir schnell den Security Checkpoint, um uns dann in die tiefen Gänge zu stürzen, vorbei an sprechenden Plakaten, leuchtenden Richtungshinweisen, variablen Wänden, um mit der Rolltreppe hinunter zu fahren. Wir nahmen die Bahnlinie X, mussten aber gleich nächste Station umsteigen. Den Menschenstrom folgend, vorbei an neuen,…

Details

Geschrei

Durch eine Straße schlendern, so ohrenbetäubend, alles, alles kaufen, von einer Vorstellungskraft verfolgt, ich könnte haben, bedrängt, getrieben, Menschen ziehen dich weiter fort, ein wilder Tanz, meine Augen geblendet, aufgerissen, Nasenflügel aufgebläht, Ohren so scharf gerichtet, meine Sinne explodieren, im rauschenden Getriebe, was nur möglich scheint, nur gefallen soll es, ob lebendig oder erstarrt, glänzend,…

Details

Beijing

Mit dem Schnellzug rauschten wir nach Beijing. Wir kamen nachts an. Michael und ich. Als wir Bahnhof verlassen hatten, liefen wir zu einer unterirdischen Plattform, um ein Taxi zu bekommen. Eine lange Menschenschlange hatte sich gebildet. Die unterirdische Halle wurde nur schwach, in einem trüben, gelblichen Licht beleuchtet. Es stank nach Benzin. Das Atmen fiel…

Details

Lärm

Freunde! Als ich nach Hause kam, die Wohnungstür mit dem Augenscanner öffnete, war ich tot! Freunde! Ich wollte nur noch ins Bett! Umfallen! Bett! Herkommen! Form anpassen! Was für ein Tag heute ist?! Freunde! Was für ein Idiot…ich bin! Mal wieder! Alles vergessen! Trottel! Kein Wasser gekauft! Bin einfach nur müde…wieder sooo ein dummer, langer…

Details

Nahrung

Seit der Großen Nahrungsreform ist unsere Welt nicht mehr, wie sie eimmal war. Sie hat sich radikal gewandelt. Alle Städte der Erde glitzern und blinken und leuchten in einem bizarren Licht, in den schillerndsten, verrücktesten Farben. Vor 100 Jahren hat die Wissenschaft einen großen Sprung vollzogen, seitdem sind wir Menschen vollkommen umgestaltet, wie ausgetauscht, verändert…

Details

Stadt

Ich schaue in den Himmel. Ich sehe Sterne. Lichtermeer. Mein Herz. Überschäumender Organismus. Kein Übergang. Kein Ende. Funkelnde Lichter. Ich fühle. Die Stadt ruft mich. Ich sitze da. Und warte auf mein Getränk. Ich verdanke der Stadt alles. Mein Leben. Ich sitze in einer Bar. Trinke mein Getränk. Der Regierung. Ist mir verordnet. Ein Getränk…

Details

Museum

In einem neu eröffneten Museum sahen Michael und ich eine interessante Ausstellung. Über vier Meter große Skulpturen standen in einer Halle verteilt. Figuren, die keine Augen besitzen. Statt ihrer Augen sind im Gesichtsfeld kreuzende Linien gezeichnet. Diese blinden Riesen sind stigmatisiert! Es waren graue und schwarze Monster! Riesenhafte Mauswesen! Eine graue Maus fiel uns besonders…

Details

Kino

Wir haben uns am Abend vorgenommen, ins Kino zu gehen. Ich bin der Meinung, zu einer Megastadt gehört einfach ein Kinobesuch. Spätestens nach einer Woche Aufenthalt. Davon abgesehen, es ist Vorschrift. Schon vor langer Zeit von der Regierung abgesegnet: Ein Besuch in einem Actionfilm mit möglichst viel Zerstörunskraft! Eine Art von kollektiver Ableitungsmaßnahme, den Druck…

Details

Traum

Der Traum ist eine Möglichkeit zu sich selbst zurückzufinden, so erzählte ich es einem kleinen, zehnjährigen Mädchen, das so wunderbar zu malen versteht. Wir Künstler versuchen Träume zu verstehen, um uns die Welt zu erklären. Wir steigen in unsere Träume hinab, um sie lenken zu lernen, damit Albträume verschwinden. Ein Künster kann ein Magier sein,…

Details

Luft

In Shanghai ist die Luft schlecht. Schlechte Luftqualität, zeigt mir die Wetteranzeige meines Mobilphones an. Gefährliche Luft, einen Tag später. In Beijing fegt ein Sandsturm durch die Stadt. Die Wetteranzeige empfiehlt, empfindlichen Menschen sollten zu Hause zu bleiben. Gesundheitsschädigend. Staub legt sich über die Stadt. Auf der Haut fühle ich einen leichten Film von Sand.…

Details