Schlaflos

13. Oktober 2017 | 2017 | China

Von überall her strömen Gerüche, kriechen hervor…aus dem grünen Teppichboden, ich bleibe plötzlich stehen….steigen Dämpfe….Gardinen sehe ich, gelbe Gardinen, alte, verblasste Ornamente, getränkt, säuerlicher Geruch… aus den Betten… steigen sie…die Zimmerwände empor…fauliger, fettiger Gestank… weht es durch die Fenster in meine Nasenhöhlen…entlang den Flur…. hinauf, hocke ich…meine nervösen…Nerven…. explodieren…lärmen… atmen und atmen…als sei…und aus allen Ritzen kriechen…so überflüssige Dinge… aus der Welt…in die Dunkelheit hinein…Tiere oder Menschen, alle essen, ach, sie essen und ich sehe sie essen, jeden Tag, müssen sie essen, Nahrung verspeisen…werden Essensreste in die Kanalisation gespült, die Erde durchtränkt…alle die teuren und billigen…Gerichte…verrotten auf Tellern und gären vor sich hin…Teller, Schüssel, Töpfe und Pfannen….in den Teetassen ist auch nichts mehr geblieben und Bier hasse ich… eine Welt, in der geschlürft, gekaut, geschluckt und gewürgt… aufgegessen und weggeworfen….die bitteren Flüssigkeiten, die wir schlucken…schmecken. Süßigkeiten….ja, delikate Nachspeisen…es gibt Zeiten, ich atme tief aus…es drehen sich meine Gedanken im Kopf herum und ich huste…atme süßlichen Dunst…aus dem Restaurant in meinen Raum hinein. Ach, sag’ ich, es gibt Jahreszeiten, da duften Gardinen, da leuchten Wände, herrliche Farben, da springen Farbflecken, ein weicher Tupfer und noch ein Tupfer und tanzen im Kreis, kostbare Flecken… fliegen Libellen…krabbeln blaue Insekten……ich atme und atme….in meinem Raum wehen Gardienen…die Stadt im Herbst…sie duftet…und ich hauche…den Atmen zurück in den Raum hinein…so wunderschön, so lindgrün…ja, alles hier, ich laufe und laufe, rufe ich, die Welt, ein Paradies, werfe meine dünnen Arm empor und schaue schläfrig durch das halbgeöffnete Fenster…in eine von Menschen angefüllte Straße…und wie sie lachen und schreien, kreischen, schimpfen, so geschäftig lärmen…fleißige Menschen und ich sinke nieder, leeres, großes Doppelbett…betäubt und frisst mich…ich ruhe aus und atme ein…endlich…ich…endlich…einschlafen muss.