Abschied

20. Dezember 2017 | 2017-2018 | China

Ich starre schon eine Weile meine Klimaanlage an. Sie wärmt mein Zimmer unregelmäßig. Manchmal spüre ich einen kühlen Windzug. Mein Hotelzimmer aufzuwärmen, scheint die Klimaanlage nicht mehr zu interessieren. Die Beziehung zwischen uns Menschen und unseren Maschinen ist sehr unbeständig geworden und wird, von Tag zu Tag, schlechter. Wir laufen hustend in der Stadt umher, doch sie kümmern sich nicht mehr um uns. Nur noch selten erkundigt sich eine Maschine nach der Gesundheit oder wünscht mir gute Besserung. So auch heute, mir ist kalt, die Klimaanlage reagiert launisch, meine vollautomatische Kleidung musste ich zweimal rufen und die Zimmertür ließ sich erst nicht öffnen. So gehe ich jetzt in getrübter Stimmung den lagen, dunklen Korridor entlang und bestelle den Fahrstuhl. Normalerweise wird ein schönes Lied eingespielt, welches mich an vergangene Zeiten erinnert, doch heute singt die Maschine schlecht. Immerhin, mein Fahrstuhl erreicht die Eingangshalle pünktlich. In der Hotelhalle fuhren, vor einiger Zeit, zwei Fahrstühle nebeneinander. Aber der rechte Aufzug stellte sich ohne jede Begründung ab und demontierte sich anschließend selbstständig. Seit der Schacht offen steht, dringen aus dem Untergrund seltsame Geräusche. Gäste ängstigen sich. Die lauten, fremden Stimmen der Maschinen schallen mir wieder entgegen, aber wir können nichts tuen, die Maschinen reagieren dort unten nicht mehr auf Zurufe. In der Zeitung lese ich, Raumschiffe seien unterwegs, ohne Menschen mitzunehmen. Ich beginne wieder zu husten und ich glaube, die Maschinen reisen zu fremden Sternen und lassen uns alleine zurück.